Microsoft MD-102 Prüfung: Geprüfte Fähigkeiten, Prüfungsformat und Praxisbezug

Modernes Endpoint-Management bezeichnet die zentrale Verwaltung, Absicherung und Bereitstellung von Windows-Clients über cloudgestützte Dienste und Richtlinien. Ursprünglich waren Windows-Client-Bereitstellung und moderne Geräteverwaltung auf mehrere Microsoft-Prüfungen verteilt; durch Windows 11, Microsoft Intune, Microsoft Entra ID und richtlinienbasierte Sicherheit entstand daraus eine stärker gebündelte Perspektive.

Die Microsoft MD-102 Prüfung richtet sich an Personen, die Windows-Endgeräte über den gesamten Lebenszyklus planen, bereitstellen, absichern, aktualisieren und überwachen. Gemeint ist weniger die isolierte Verwaltung einzelner PCs, sondern die Fähigkeit, Identität, Gerätekonformität, Apps, Updates und Zugriff so zusammenzuführen, dass Endgeräte zuverlässig und sicher betrieben werden können.

Zuletzt aktualisiert: 2026. Dieser Beitrag verwendet die aktuelle Terminologie mit Windows 11, Microsoft Intune und Microsoft Entra ID. Ältere Begriffe wie Azure AD oder ein reiner Windows-10-Fokus tauchen in vielen Lernmaterialien noch auf, sollten für die Vorbereitung aber bewusst in den heutigen Produktkontext übersetzt werden.

Wofür MD-102 steht

MD-102 ist die zentrale Prüfung für die Rolle des Microsoft 365 Certified: Endpoint Administrator. Sie hat die früher getrennten Inhalte aus MD-100 und MD-101 in einem moderneren Rollenbild zusammengeführt. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt: Lokales Imaging, Gruppenrichtlinien und klassische Verwaltung bleiben als Hintergrundwissen nützlich, doch die Prüfung erwartet vor allem Verständnis für Intune, Entra Join, Autopilot, Gerätekonformität und Cloud-basierte Steuerung.

Diese Verschiebung entspricht der Praxis vieler IT-Organisationen. Neue Geräte werden zunehmend direkt an Mitarbeitende oder Standorte geliefert, registrieren sich über Windows Autopilot, erhalten Richtlinien aus Intune und werden über Compliance-Signale in Conditional Access eingebunden. Ein Endpoint Administrator muss deshalb nicht nur wissen, wo eine Einstellung liegt, sondern auch beurteilen können, wie Identität, Gerätestatus und Zugriff zusammenspielen.

Prüfungsformat: Was Kandidaten realistisch erwarten sollten

Microsoft veröffentlicht die jeweils gültigen Details zur Prüfung auf der offiziellen Exam-Seite. Dazu gehören Registrierungsoptionen, verfügbare Sprachen, regionale Preislogik, aktuelle Richtlinien und die jeweils gültige Outline der gemessenen Fähigkeiten. Da Microsoft Prüfungen regelmäßig aktualisiert, sollten feste Angaben zu Dauer, Preis oder Anzahl einzelner Aufgaben immer direkt vor der Buchung überprüft werden.

Inhaltlich ist mit einer Mischung aus szenariobasierten Fragen, Fallstudien, Mehrfachauswahl, Zuordnungsaufgaben und administrativen Entscheidungssituationen zu rechnen. Entscheidend ist dabei nicht auswendig gelerntes Menüwissen, sondern die Fähigkeit, aus einem Geschäfts- oder Sicherheitsziel die passende Intune-, Windows- oder Entra-Konfiguration abzuleiten. Die Bewertung erfolgt über das Microsoft-Prüfungssystem; Kandidaten erhalten nach der Prüfung eine Ergebnisrückmeldung, sollten diese aber nicht mit einer detaillierten Offenlegung einzelner Aufgaben verwechseln.

Die Registrierung läuft über Microsofts Prüfungsplattformen und kann je nach Region als Testcenter- oder Online-Prüfung angeboten werden. Wer die Prüfung in einer anderen Sprache als Deutsch ablegen möchte, sollte die verfügbaren Optionen früh prüfen, weil Sprache, Termin und Prüfungsmodalität nicht überall identisch verfügbar sind.

Die geprüften Fähigkeitsbereiche im Überblick

Die offizielle Skills-Outline ist die maßgebliche Quelle für Gewichtungen und Details. Inhaltlich lässt sich MD-102 jedoch gut über vier zusammenhängende Arbeitsfelder verstehen: Windows-Clients bereitstellen, Identität und Zugriff einbinden, Geräte und Richtlinien verwalten sowie Apps, Updates und Sicherheit betreiben. Diese Bereiche überschneiden sich bewusst, weil echte Endpoint-Administration selten in getrennten Silos abläuft.

Bereich Was geprüft wird Praxisbezug
Windows-Bereitstellung Windows 11 bereitstellen, Autopilot-Profile planen, Geräte registrieren und Bereitstellungserfahrungen steuern. Zero-Touch-Rollouts, neue Geräte für Remote-Mitarbeitende, Reset- und Wiederbereitstellungsszenarien.
Identität und Zugriff Microsoft Entra ID, Geräteeinbindung, Rollen, Authentifizierung und Zusammenspiel mit Conditional Access. Zugriff auf Microsoft 365 nur für bekannte, konforme und korrekt verwaltete Geräte.
Richtlinien und Compliance Intune-Konfigurationsprofile, Compliance Policies, Sicherheitsbaselines und Gerätezustand. Durchsetzung von Verschlüsselung, Mindestversionen, Kennwortrichtlinien und Sicherheitsanforderungen.
Apps und Updates App-Bereitstellung, App-Schutz, Windows Update for Business, Update-Ringe und Feature-Updates. Stufenweise Rollouts, Pilotgruppen, App-Lebenszyklus und kontrollierte Windows-Versionierung.

Ein häufiger Fehler in der Vorbereitung besteht darin, Compliance Policies und Konfigurationsprofile zu vermischen. Eine Compliance Policy bewertet, ob ein Gerät den definierten Anforderungen entspricht; ein Konfigurationsprofil setzt Einstellungen auf dem Gerät. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Conditional Access in vielen Szenarien auf dem Compliance-Status aufbaut, während Konfigurationsprofile die technische Grundlage für genau diesen Status schaffen können.

Ähnlich wichtig ist die Trennung zwischen Update-Ringen und Feature-Update-Policies. Update-Ringe steuern Kadenz, Fristen und Verhalten rund um Windows Update for Business. Feature-Update-Policies legen dagegen fest, auf welcher Windows-Version Geräte gehalten oder auf welche Version sie gezielt gebracht werden. Wer beides gleich behandelt, plant in der Praxis schnell Rollouts, die entweder zu aggressiv oder zu wenig kontrolliert sind.

Windows Autopilot und Bereitstellungsszenarien

Autopilot ist einer der Bereiche, in denen MD-102 besonders deutlich von älteren Client-Prüfungen abweicht. Statt ein fertiges Image auf Geräte zu schreiben, wird ein Gerät registriert, einem Profil zugeordnet und beim ersten Start über Cloud-Dienste konfiguriert. Daraus ergeben sich typische Prüfungsfragen: Welcher Join-Typ ist sinnvoll, wann braucht ein Gerät Benutzerinteraktion, welche Rolle spielt die Enrollment Status Page und wie werden Fehler während der Bereitstellung diagnostiziert?

In der Praxis hilft ein kleines Entscheidungsraster. Zuerst wird geklärt, ob das Gerät Entra-joined oder hybrid eingebunden werden soll; hybride Szenarien kommen weiterhin vor, erhöhen aber häufig die Abhängigkeit von lokaler Infrastruktur. Danach zählt die Gerätekette: Wird das Gerät vom OEM direkt an den Nutzer geliefert, intern vorbereitet oder nach einem Reset erneut verwendet? Anschließend entscheidet die verfügbare Eingriffszeit, ob ein user-driven Prozess genügt oder ob pre-provisioning sinnvoll ist. Abschließend braucht jedes Rollout-Konzept eine Reset-, Wipe- und Wiederherstellungsstrategie, weil Zero-Touch nur dann funktioniert, wenn auch der zweite Lebenszyklus eines Geräts geplant ist.

Beispielhafte Ansicht einer Autopilot Enrollment Status Page mit Gerätevorbereitung, Geräteeinrichtung und Kontoeinrichtung
Praxisbeispiel: Die Enrollment Status Page macht sichtbar, ob die Bereitstellung an der Gerätevorbereitung, bei Geräteeinstellungen oder bei benutzerbezogenen Apps hängen bleibt. Für MD-102 ist das Verständnis dieser Phasen wichtiger als das Auswendiglernen einzelner Bildschirmtexte.

Ein vertiefender Blick auf Autopilot lohnt sich besonders für Personen, die bisher vor allem mit Images, MDT oder Configuration Manager gearbeitet haben. Diese Werkzeuge können weiterhin in bestimmten Umgebungen vorkommen, doch MD-102 prüft stärker die Fähigkeit, moderne Bereitstellung mit Intune und Entra ID zu planen. Ein strukturierter MD-102 Endpoint Administrator Kurs kann hier sinnvoll sein, wenn die eigene Praxisumgebung keine ausreichenden Autopilot- und Intune-Labs bietet.

Updates, Apps und Sicherheit im Betrieb

Nach der Bereitstellung beginnt der dauerhafte Teil der Endpoint-Administration. Windows-Geräte müssen aktualisiert, Apps müssen bereitgestellt und Sicherheitsrichtlinien müssen kontrolliert werden. MD-102 behandelt diese Themen nicht isoliert: Ein Update-Ring kann Auswirkungen auf App-Kompatibilität haben, eine Compliance Policy kann Zugriff blockieren, und eine falsch zugewiesene App kann eine Autopilot-Bereitstellung verzögern.

Bei Windows Update for Business geht es in der Prüfung darum, Update-Strategien kontrolliert zu planen. Pilotgruppen, gestaffelte Rollouts, Fristen und Neustartverhalten sind praktische Steuerungsgrößen. Ebenso relevant ist eine Rollback-Perspektive: Organisationen müssen wissen, welche Geräte zuerst aktualisiert werden, wann ein Rollout gestoppt wird und wie problematische Updates erkannt werden.

Beispielhafte Intune-Konfiguration eines Windows Update-Rings mit Rollout- und Neustarteinstellungen
Praxisbeispiel: Ein Update-Ring beschreibt typischerweise das Verhalten rund um Qualitäts- und Treiberupdates. Die Zielversion eines Windows-Feature-Updates wird separat geplant und sollte nicht mit dem Ring selbst verwechselt werden.

Bei Apps liegt der Schwerpunkt auf verwalteter Bereitstellung und Schutz von Unternehmensdaten. Kandidaten sollten Win32-Apps, Microsoft Store-Apps, App-Konfigurationsrichtlinien und App-Schutzrichtlinien in ihrer Funktion unterscheiden können. In Auswahlgesprächen für Endpoint-Rollen wird häufig sichtbar, ob jemand nur Software verteilen kann oder auch Abhängigkeiten, Erkennungsregeln, Zuweisungen und Benutzererlebnis sauber durchdenkt.

Identität, Compliance und Conditional Access

MD-102 verlangt ein solides Verständnis dafür, wie Geräteidentität und Benutzeridentität zusammenwirken. Microsoft Entra ID liefert die Identitätsbasis, Intune verwaltet und bewertet Geräte, und Conditional Access entscheidet auf Basis von Signalen, ob Zugriff erlaubt, blockiert oder zusätzlich abgesichert wird. Die Prüfung nähert sich diesem Thema häufig über Szenarien: Ein Benutzer kann sich anmelden, aber nicht auf Ressourcen zugreifen; ein Gerät ist registriert, aber nicht konform; eine App funktioniert auf privaten Geräten anders als auf verwalteten Geräten.

Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Entra Join und Hybrid Join. Hybrid Join ist in vielen bestehenden Organisationen weiterhin Realität, etwa wenn lokale Abhängigkeiten oder schrittweise Migrationen bestehen. MD-102 legt den Fokus jedoch stärker auf Entra Join mit Intune als primärem Managementansatz. Wer die Vorbereitung zu stark auf Gruppenrichtlinien, lokale OU-Strukturen oder klassische SCCM-Routinen stützt, übersieht genau die Fähigkeiten, die moderne Endpoint-Administration ausmachen.

Compliance ist dabei kein reines Reporting-Thema. Eine Richtlinie, die etwa Verschlüsselung, Mindestbetriebssystemversion oder Geräteschutz verlangt, wird erst dann geschäftskritisch, wenn Conditional Access den Zugriff auf Microsoft 365 oder andere Cloud-Anwendungen davon abhängig macht. Gute Kandidaten können erklären, welche Einstellung den Zustand erzeugt, welche Richtlinie ihn bewertet und welche Zugriffsregel daraus eine Konsequenz ableitet.

Vorbereitung: Vom Prüfungsziel zur praktischen Fähigkeit

Die Vorbereitung auf MD-102 sollte mit der offiziellen Skills-Outline beginnen, aber nicht dort enden. Wer nur Definitionen liest, erkennt oft die Produktbegriffe, scheitert aber an Szenarien, in denen mehrere Anforderungen gegeneinander abgewogen werden müssen. Sinnvoller ist es, die Themen in einer Testumgebung nachzubauen: ein Autopilot-Profil, ein Update-Ring, eine Compliance Policy, eine App-Zuweisung und eine Conditional-Access-Regel ergeben zusammen bereits viele typische Entscheidungspunkte.

  1. Die offizielle MD-102 Skills-Outline lesen und unbekannte Begriffe markieren.
  2. Eine kleine Intune-Testumgebung mit Windows-11-Geräten oder virtuellen Clients aufbauen.
  3. Autopilot, Compliance, Updates und App-Bereitstellung jeweils in einem realistischen Szenario konfigurieren.
  4. Fehlerfälle prüfen, etwa nicht konforme Geräte, fehlgeschlagene App-Installationen oder verzögerte Updates.
  5. Erst danach mit Probeprüfungen arbeiten, um Lücken in Entscheidungslogik und Terminologie zu erkennen.

Wer aus einer Configuration-Manager- oder GPO-geprägten Umgebung kommt, sollte die Lernzeit bewusst in Richtung Intune und Entra ID verschieben. Das bedeutet nicht, vorhandenes Wissen abzuwerten. Es bedeutet, die gleiche betriebliche Verantwortung mit anderen Werkzeugen zu erfüllen: weniger statische Images, mehr Richtlinienzuweisung; weniger lokale Domänenlogik, mehr Identitätssignale; weniger manuelle Nacharbeit, mehr reproduzierbare Bereitstellungsprozesse.

Für Teams kann es hilfreich sein, die Prüfung nicht nur als individuelles Zertifizierungsziel zu betrachten, sondern als Skill-Gap-Analyse. Wenn mehrere Administratoren dieselben Unsicherheiten bei Autopilot, App-Erkennungsregeln oder Compliance-Auswertung zeigen, ist das oft ein Hinweis auf operative Risiken im Endpoint-Betrieb. Die Microsoft-Trainingsübersicht kann als Ausgangspunkt dienen, um angrenzende Rollen und Themen einzuordnen, während flexibles Microsoft-Training für Organisationen relevant sein kann, die mehrere Administratoren über verschiedene Microsoft-Rollen hinweg entwickeln möchten.

Häufige Fragen zu MD-102

Ersetzt MD-102 die früheren Prüfungen MD-100 und MD-101?

MD-102 führt die früher getrennten Themen rund um Windows-Client und Modern Desktop Administration in einem aktuellen Endpoint-Administrator-Profil zusammen. Für die Vorbereitung ist deshalb wichtiger, die heutige Rollenlogik mit Windows 11, Intune und Entra ID zu verstehen, als alte Prüfungsziele eins zu eins nachzuarbeiten.

Wie lange ist die Zertifizierung gültig?

Microsoft legt Gültigkeit und Erneuerung über die jeweils aktuelle Zertifizierungsrichtlinie fest. Kandidaten sollten diese Informationen im Microsoft-Zertifizierungsprofil prüfen, weil Renewal-Regeln und Fristen nicht aus älteren Blogartikeln abgeleitet werden sollten.

Gibt es praktische Labs in der Prüfung?

Microsoft kann Prüfungsformate ändern, und nicht jede Durchführung enthält dieselben Aufgabentypen. Praktisches Arbeiten bleibt dennoch zentral für die Vorbereitung, weil viele Fragen auf administrativen Szenarien beruhen, in denen die richtige Reihenfolge, Zuweisung oder Richtlinienwirkung erkannt werden muss.

Kann MD-102 ohne SCCM- oder Configuration-Manager-Erfahrung bestanden werden?

Ja, fehlende Configuration-Manager-Erfahrung ist kein Ausschlusskriterium, wenn die modernen Intune- und Entra-Konzepte sicher beherrscht werden. Hilfreich ist dennoch ein Grundverständnis für hybride Umgebungen, weil viele Organisationen nicht vollständig cloud-nativ arbeiten.

Wie MD-102 in die Endpoint-Praxis passt

MD-102 ist weniger eine Prüfung über einzelne Konsoleneinstellungen als ein Nachweis dafür, dass jemand moderne Windows-Endpunkte planbar betreiben kann. Die stärksten Kandidaten verstehen, wie Autopilot, Intune, Entra ID, Compliance, Conditional Access, App-Deployment und Windows Update for Business zusammenwirken. Genau diese Verknüpfung ist im Betrieb entscheidend, weil Fehler selten an einer einzelnen Einstellung hängen.

Ein sinnvoller nächster Schritt ist, die offiziellen Microsoft-Prüfungsziele mit der eigenen Arbeitsumgebung abzugleichen und fehlende Szenarien gezielt nachzubauen. Wer dafür strukturierte Unterstützung benötigt, kann Readynez kontaktieren, sollte die Vorbereitung aber immer mit eigener Lab-Praxis, sauberer Dokumentation und ethischen Lernressourcen verbinden.

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