MB-820 vs MB-800: Orientierung zur Business-Central-Zertifizierung und AL-Praxis

MB-820 und MB-800 bezeichnen unterschiedliche Orientierungspunkte rund um Microsoft Dynamics 365 Business Central; die offiziell dokumentierte rollenbasierte Business-Central-Prüfung auf Microsoft Learn ist jedoch MB-800.

Zuletzt aktualisiert: Januar 2026. Die wichtigste Änderung gegenüber älteren Darstellungen ist die klare Trennung zwischen offizieller Zertifizierung, Grundlagenwissen und AL-Entwicklungspraxis. Wer nach „MB-820“ sucht, sollte deshalb zuerst prüfen, ob eine Prüfungsseite auf Microsoft Learn existiert, statt sich auf Kursnamen, ältere Blogbeiträge oder interne Schulungsbezeichnungen zu verlassen.

Warum die Bezeichnung MB-820 für Verwirrung sorgt

Die Verwirrung entsteht meist, weil Business Central zwei Lernstränge berührt, die in Projekten eng zusammenarbeiten: funktionale Beratung und technische Erweiterungsentwicklung. Functional Consultants konfigurieren Prozesse, Stammdaten, Rollen, Belege und Berichte. Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten dagegen mit AL, Extensions, Visual Studio Code, Testumgebungen und Bereitstellungspipelines.

Microsoft Learn dokumentiert für Business Central vor allem die Prüfung MB-800 für die Rolle „Microsoft Dynamics 365 Business Central Functional Consultant“. Für Einsteiger in ERP-Grundlagen ist außerdem MB-920, Microsoft Dynamics 365 Fundamentals (ERP), relevant. Eine offiziell dokumentierte Microsoft-Prüfung „MB-820“ sollte nicht als gegeben angenommen werden, wenn sie auf den Microsoft-Learn-Zertifizierungsseiten nicht auffindbar ist.

Das ist mehr als eine Formalität. Wer MB-800 mit einer Entwicklerprüfung verwechselt, bereitet sich leicht auf die falschen Inhalte vor. AL-Objekte, Extension Lifecycle und Codequalität sind in Business-Central-Projekten wichtig, gehören aber nicht automatisch zum Kern einer funktionalen Zertifizierungsprüfung. Genau an dieser Stelle sollten Lernpfade sauber getrennt werden.

MB-800, MB-920 oder AL-Praxis: welche Richtung passt?

Die passende Richtung hängt weniger vom Produktnamen ab als von der Arbeitsrolle. MB-800 ist sinnvoll, wenn jemand Business Central funktional einführt, konfiguriert oder betreut. Dazu gehören Finanzprozesse, Einkauf und Verkauf, Lager, Genehmigungen, Benutzerrollen, Berechtigungssätze und die Abstimmung mit Fachbereichen.

MB-920 eignet sich eher für Personen, die ERP-Konzepte und Dynamics-365-Grundlagen verstehen müssen, ohne bereits tief in Business-Central-Prozesse einzusteigen. Das kann für Projektbeteiligte, IT-Leads, Key User oder Entscheider ausreichend sein, wenn sie zunächst eine gemeinsame Sprache für ERP, Finance, Supply Chain und Dynamics 365 benötigen.

AL-Praxis ist dagegen ein separater Kompetenzpfad. Wer Tabellen, Pages, Reports, Codeunits, XMLPorts, Queries, Events, Extensions und Testautomatisierung entwickelt, sollte nicht darauf warten, dass eine vermeintliche MB-820-Prüfung diesen Bedarf abdeckt. In diesem Fall ist ein praxisorientiertes Developer-Training wie der Business Central Developer Kurs nur dann passend, wenn das Ziel ausdrücklich AL-Entwicklung und Erweiterungspraxis ist, nicht der Nachweis einer offiziellen MB-800-Zertifizierung.

Was MB-800 inhaltlich abdeckt

MB-800 richtet sich an funktionale Consultants, die Business Central an Geschäftsanforderungen anpassen und typische ERP-Prozesse abbilden. Die von Microsoft Learn beschriebenen Kompetenzbereiche umfassen unter anderem das Einrichten von Business Central, die Konfiguration von Finanzprozessen, Verkauf und Einkauf sowie operative Abläufe. Die genaue Gewichtung und die jeweils gültigen Prüfungsdetails sollten vor der Vorbereitung direkt auf Microsoft Learn geprüft werden, weil Microsoft die Skills measured im Laufe der Zeit aktualisieren kann.

Für die Praxis bedeutet das: Die Prüfung zielt nicht darauf, AL-Code zu schreiben. Sie bewertet eher, ob Kandidatinnen und Kandidaten die Anwendung funktional verstehen, Konfigurationen nachvollziehen, Prozesse korrekt einordnen und typische Anforderungen in Business Central abbilden können. Wer beispielsweise einen Genehmigungsprozess für Einkaufsbelege konfigurieren oder Dimensionen für die Finanzanalyse sinnvoll einsetzen kann, bewegt sich näher am MB-800-Profil als jemand, der ausschließlich Objektmodelle in AL studiert.

Unbelegte Angaben zu Dauer, Fragenzahl oder Bestehensgrenze sollten vermieden werden, wenn sie nicht direkt aus der aktuellen Microsoft-Learn-Prüfungsseite stammen. Für Lernende ist wichtiger, die geprüften Fähigkeiten mit dem eigenen Arbeitsalltag abzugleichen. Daraus ergibt sich ein realistischer Vorbereitungsplan, der weniger auf Auswendiglernen und stärker auf Prozessverständnis setzt.

Business Central im Projekt: funktionale Arbeit und AL-Entwicklung trennen

In Business-Central-SaaS-Projekten gilt der Grundsatz, Erweiterungen sauber über Extensions umzusetzen, statt Standardobjekte direkt zu verändern. Diese Architektur schützt Upgradefähigkeit, verringert Konflikte bei Release-Waves und erleichtert es, kundenspezifische Funktionen kontrolliert zu testen. Microsoft veröffentlicht Business-Central-Release-Pläne typischerweise in Wellen, unter anderem im Frühjahr und Herbst; deshalb gehört Auswirkungsanalyse inzwischen zur laufenden Betriebsarbeit.

Für funktionale Rollen heißt das, Änderungen früh mit Fachbereichen, Berechtigungen und Prozessverantwortlichen abzustimmen. Für Entwicklungsteams heißt es, AL-Änderungen nicht isoliert zu bauen, sondern mit Versionskontrolle, automatischen Builds, Tests und Sandbox-Validierung zu verbinden. Gerade in SaaS-Umgebungen ist CI/CD für AL kein Luxus, sondern eine pragmatische Antwort auf wiederkehrende Updates, Abhängigkeiten und AppSource- oder Per-Tenant-Extensions.

Ein häufiger Fehler besteht darin, Berechtigungen erst am Ende eines Projekts zu prüfen. In Business Central wirken Rollen, Berechtigungssätze und Datensichtbarkeit direkt auf die Nutzbarkeit von Prozessen. Peer-Reviews für Berechtigungssätze, Tests mit realistischen Benutzerprofilen und dokumentierte Abweichungen helfen, spätere Blockaden im Tagesgeschäft zu vermeiden.

Beispielhafte Darstellung von Rollen und Berechtigungssätzen in Microsoft Dynamics 365 Business Central
Rollen und Berechtigungssätze sollten früh gegen reale Aufgabenprofile getestet werden.

Eine sinnvolle Vorbereitung auf MB-800

Eine gute Vorbereitung beginnt mit der offiziellen Prüfungsseite auf Microsoft Learn und der Frage, welche Skills measured bereits durch Projekterfahrung abgedeckt sind. Danach sollte eine Sandbox genutzt werden, in der typische Geschäftsszenarien ohne Risiko durchgespielt werden können. Dazu gehören Finanz-Setup, Kontenplan, Dimensionen, Debitoren- und Kreditorenprozesse, Verkaufs- und Einkaufsbelege, Lagerbewegungen und Genehmigungen.

Die Reihenfolge sollte vom Fundament zur Anwendung führen. Zuerst müssen Grundbegriffe und Prozesslogik sitzen. Danach folgen Konfigurationsübungen in einer Sandbox. Erst im letzten Schritt sind Probeprüfungen sinnvoll, weil sie Wissenslücken sichtbar machen, aber kein Ersatz für Anwendungspraxis sind. Wer direkt mit Fragenkatalogen beginnt, erkennt oft Muster, ohne die dahinterliegenden Geschäftsprozesse sicher erklären zu können.

Für strukturierte Weiterbildung kann ein Blick in den Microsoft-Trainingsbereich helfen, wenn mehrere Rollen oder Produkte im Dynamics-365-Umfeld geplant sind. Bei längerfristigem Skill-Aufbau ist auch fortlaufendes Microsoft-Training eine Option, sofern neben Business Central weitere Microsoft-Technologien relevant sind. Entscheidend bleibt, dass Training, Sandbox-Praxis und offizielle Microsoft-Learn-Ziele zusammenpassen.

AL-Praxis: was Entwicklerinnen und Entwickler wirklich brauchen

AL-Entwicklung beginnt mit dem Verständnis der Business-Central-Objekttypen. Tabellen strukturieren Daten, Pages stellen Oberflächen bereit, Reports bereiten Informationen auf, Codeunits bündeln Geschäftslogik, XMLPorts unterstützen Datenaustausch und Queries helfen bei strukturierten Abfragen. Diese Begriffe klingen zunächst technisch, werden aber erst im Zusammenhang mit echten Geschäftsprozessen sinnvoll.

In Projekten zählt vor allem, Erweiterungen wartbar und upgradefähig zu bauen. Dazu gehören konsistente Namenskonventionen, geringe Kopplung, Event-basierte Erweiterungen, klare Abhängigkeiten und Tests. Die AL Language Reference von Microsoft ist dafür die technische Grundlage, ersetzt aber keine Projektpraxis mit Reviews, Branching-Strategie und Deployment-Routine.

Die Trennung von MB-800 und AL-Praxis schützt vor einer typischen Fehlplanung. Eine Person kann eine starke funktionale Beraterrolle ausfüllen, ohne AL zu entwickeln. Umgekehrt kann ein Entwickler robuste Extensions bauen, ohne für jede funktionale Konfigurationsentscheidung verantwortlich zu sein. Erfolgreiche Business-Central-Teams bringen beide Perspektiven zusammen, ohne sie in einen einzigen Prüfungsbegriff zu pressen.

Vereinfachter Lebenszyklus einer Business-Central-Erweiterung von Entwicklung über Sandbox-Test bis Bereitstellung
Erweiterungen sollten vor der Bereitstellung gegen Sandbox-Szenarien und Release-Wave-Änderungen geprüft werden.

Praktischer Lernpfad für unterschiedliche Rollen

Ein funktionaler Consultant sollte mit ERP-Grundlagen, Finanzlogik und Kernprozessen beginnen. Danach folgen Business-Central-spezifische Konfigurationen, Berechtigungen, Berichte und Integrationspunkte. In der Prüfungsvorbereitung sollte jede größere Skill-Gruppe aus Microsoft Learn mit einem eigenen Sandbox-Szenario verbunden werden, damit Wissen nicht abstrakt bleibt.

Ein Administrator oder IT-Lead braucht zusätzlich ein Verständnis für Umgebungen, Benutzerverwaltung, Sicherheitsmodell, Updatefenster und Supportprozesse. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Produktkonfiguration, Erweiterung, Datenmigration und organisatorischer Veränderung. Viele Einführungsprobleme entstehen nicht durch fehlende Funktionen, sondern durch unklare Zuständigkeiten und schlecht getestete Rollenmodelle.

Ein angehender AL-Entwickler sollte parallel zur Produktlogik lernen, wie Business Central erweitert wird. Dazu gehören lokale Entwicklungsumgebung, Sandbox, Quellcodeverwaltung, App-Pakete, Abhängigkeiten und Tests. Wer nur Syntax lernt, ohne zu verstehen, warum ein Fachbereich eine bestimmte Buchungslogik oder Genehmigung benötigt, entwickelt selten robuste Lösungen.

Ausgangslage Sinnvoller Fokus Warum
Neueinsteiger in Dynamics 365 ERP MB-920-Grundlagen ERP-Begriffe und Dynamics-365-Zusammenhänge stehen im Vordergrund.
Functional Consultant für Business Central MB-800 Die Rolle arbeitet mit Prozessen, Konfiguration, Daten und Fachbereichen.
AL-Entwickler im Projekt AL-Praxis und Extension Lifecycle Der Schwerpunkt liegt auf wartbaren Erweiterungen, Tests und Bereitstellung.

Häufige Fragen zu MB-820, MB-800 und Business Central

Gibt es eine offizielle Microsoft-Prüfung MB-820?

Auf den offiziellen Microsoft-Learn-Zertifizierungsseiten sollte die jeweils gültige Prüfung verifiziert werden. Für Business Central ist MB-800 als Functional-Consultant-Prüfung dokumentiert; MB-920 deckt Dynamics-365-ERP-Grundlagen ab. Eine Bezeichnung „MB-820“ sollte ohne passende Microsoft-Learn-Prüfungsseite nicht als offizielle Zertifizierung behandelt werden.

Ist MB-800 eine Entwicklerprüfung?

Nein. MB-800 ist auf die funktionale Business-Central-Rolle ausgerichtet. AL-Entwicklung, Extensions und technische Objektarbeit sind für Projekte wichtig, sollten aber als eigener Praxispfad geplant werden.

Reicht MB-920 als Vorbereitung auf Business Central?

MB-920 kann als Einstieg reichen, wenn es um ERP- und Dynamics-365-Grundlagen geht. Für eine Rolle, die Business Central konkret konfiguriert oder einführt, ist MB-800 deutlich näher am Arbeitsalltag.

Wie sollte eine Sandbox genutzt werden?

Eine Sandbox sollte reale Abläufe abbilden, nicht nur Klickübungen. Sinnvolle Szenarien sind Finanz-Setup, Verkaufs- und Einkaufsbelege, Genehmigungen, Rollen, Berechtigungssätze und Tests von Erweiterungen vor Release-Wave-Änderungen.

Der nächste sinnvolle Schritt

Die wichtigste Entscheidung lautet nicht, ob „MB-820“ oder „MB-800“ bekannter klingt, sondern welche Rolle vorbereitet werden soll. Funktionale Business-Central-Arbeit führt zur MB-800-Orientierung, Grundlagenwissen eher zu MB-920 und Entwicklungsvorhaben zu gezielter AL-Praxis mit Sandbox, Reviews und sauberem Extension Lifecycle.

Wer eine Rollen- oder Trainingsentscheidung für ein Team treffen muss, sollte zuerst die offiziellen Microsoft-Learn-Seiten prüfen, anschließend die vorhandenen Aufgabenprofile gegen die Skills measured legen und daraus einen Lernpfad ableiten. Wenn dabei Beratung hilft, kann Readynez über eine kurze Anfrage unterstützen, ohne dass die Unterscheidung zwischen Zertifizierung und Projektpraxis verwischt wird.

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