How to improve your preparation for IT security exams

  • IT-Sicherheitsprüfungen
  • Veröffentlicht von: André Hammer am Feb. 29, 2024

Eine wirksame Vorbereitung auf IT-Sicherheitsprüfungen bedeutet mehr als das Wiedererkennen auswendig gelernter Fragen. Wer sich zu stark darauf verlässt, kennt zwar oft die Begriffe, bleibt aber bei Szenarien, Performance-based Questions und praktischen Entscheidungen unter Zeitdruck häufig schwach.

IT-Sicherheitsprüfungen prüfen heute mehr als Definitionen. Sie verlangen ein belastbares Verständnis von Risiken, Kontrollen, Angriffsmethoden, Incident Response, Governance und oft auch praktischem Vorgehen in simulierten Situationen. Wer eine Zertifizierung im DACH-Raum anstrebt, sollte deshalb zuerst klären, welche Rolle erreicht werden soll, welches Vorwissen vorhanden ist und welche Prüfungsformate realistisch geübt werden müssen.

Warum IT-Sicherheitsprüfungen anders vorbereitet werden sollten

Eine Sicherheitszertifizierung kann helfen, Wissen sichtbar zu machen, ersetzt aber keine praktische Kompetenz. Arbeitgeber achten zunehmend darauf, ob Kandidaten Sicherheitskonzepte anwenden können: ein Log richtig interpretieren, ein Risiko begründen, eine Schwachstelle priorisieren oder ein Incident-Runbook nachvollziehbar einsetzen. Eine Prüfungsvorbereitung, die nur Karteikarten und Multiple-Choice-Fragen nutzt, bildet diese Anforderungen unvollständig ab.

Hinzu kommt, dass viele Prüfungen stärker szenariobasiert geworden sind. Performance-based Questions, häufig als PBQs bezeichnet, verlangen eine Handlung innerhalb einer simulierten Umgebung oder einer konkreten Entscheidungssituation. Auch Remote-Proctoring ist verbreiteter geworden. Dadurch verschiebt sich die Vorbereitung: Neben Fachwissen zählen Prüfungsroutine, technisches Setup, Zeitmanagement und die Fähigkeit, in ungewohnten Oberflächen ruhig zu bleiben.

Im DACH-Kontext spielt außerdem die Einordnung in bestehende Sicherheits- und Compliance-Strukturen eine Rolle. BSI-Empfehlungen, ENISA-Veröffentlichungen, ISO/IEC-27001-nahe Kontrollen und interne Audit-Anforderungen prägen viele Unternehmensumgebungen. Eine internationale Zertifizierung wirkt stärker, wenn Kandidaten die Konzepte mit diesen lokalen Erwartungen verbinden können.

Die passende Prüfung nach Rolle und Erfahrungsstand wählen

Der häufigste Fehler bei der Auswahl einer IT-Sicherheitsprüfung ist der Start mit einem bekannten Namen statt mit dem eigenen Zielbild. Eine Person, die in ein Security Operations Center wechseln möchte, braucht andere Nachweise als jemand, der Sicherheitsmanagement verantworten, Pentests durchführen oder IT-Kontrollen auditieren will. Der Zertifikatsname sollte deshalb aus Rolle, Erfahrung und gewünschtem Kompetenzprofil abgeleitet werden.

Für Grundlagen und operative Einstiege sind CompTIA Security+ und (ISC)² SSCP typische Optionen. Security+ eignet sich für breite Sicherheitsgrundlagen über Netzwerke, Identitäten, Bedrohungen, Kryptografie, Risiko und Betrieb hinweg; die bestehende Security+-Vorbereitung kann als Orientierung dienen, wenn eine strukturierte Basis gesucht wird. SSCP ist stärker auf operative Sicherheitsadministration ausgerichtet und passt gut zu Personen, die bereits mit Systemen, Netzwerken oder Zugriffskontrollen arbeiten.

Für praktische Angriffssimulation und Schwachstellenprüfung führen viele Lernpfade zu CEH oder CompTIA PenTest+. CEH ist bekannt und deckt Methoden, Werkzeuge und Vorgehensweisen des Ethical Hacking ab; eine CEH-Vorbereitung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Zielrolle klar in Richtung Pentesting oder Red-Team-nahe Aufgaben geht. PenTest+ ist ebenfalls praxisorientiert und legt Wert auf Planung, Durchführung, Reporting und Kommunikation von Tests.

Für Management und Governance ist CISM ein anderer Weg. Die Prüfung richtet sich weniger an Personen, die einzelne technische Kontrollen konfigurieren, sondern an Fachkräfte, die Sicherheitsprogramme, Risiken, Richtlinien und Incident-Management auf Organisationsebene verstehen müssen. Wer in Richtung Sicherheitsleitung, Governance oder Risikomanagement arbeitet, findet in der CISM-Zertifizierung einen passenden Referenzpunkt.

Audit und Assurance bilden wiederum einen eigenen Schwerpunkt. CISA ist sinnvoll, wenn Informationssysteme geprüft, Kontrollen bewertet und Nachweise strukturiert beurteilt werden sollen. CISSP ist breiter angelegt und erfahrungsbasiert; eine CISSP-Kursvorbereitung passt eher zu Personen, die bereits mehrere Sicherheitsdomänen berühren und ein übergreifendes Verständnis von Architektur, Betrieb, Risiko und Governance nachweisen möchten. GIAC-Zertifizierungen können je nach Spezialisierung eine tiefere technische Ausrichtung unterstützen; ein Überblick über GIAC-Trainingspfade hilft bei der Einordnung.

Wichtig ist die saubere Abgrenzung zwischen Security und Privacy. CIPP/E ist ein Datenschutz- und Privacy-Nachweis mit starkem Bezug zur DSGVO, aber kein allgemeiner Security-Nachweis. Für Rollen in Datenschutz, Compliance oder Legal Tech kann CIPP/E wertvoll sein; für SOC, Incident Response, Pentesting oder Sicherheitsarchitektur sollte es jedoch nicht als Ersatz für eine Security-Zertifizierung verstanden werden.

Ein Lernplan, der Praxis vor Auswendiglernen stellt

Ein belastbarer Lernplan beginnt mit dem offiziellen Exam-Outline des jeweiligen Anbieters. Dieses Dokument ist wichtiger als beliebige Themenlisten aus Foren, weil es die geprüften Domänen, Gewichtungen und Kompetenzen vorgibt. Kandidaten sollten jede Domäne in drei Kategorien einteilen: sicher beherrscht, wiederholungsbedürftig und praktisch ungeübt. Die letzte Kategorie ist oft die entscheidende.

Der praktische Teil sollte früh beginnen, nicht erst kurz vor dem Prüfungstermin. Ein einfaches Home-Lab mit virtuellen Maschinen, Cloud-Testumgebung, SIEM-Testdaten oder absichtlich verwundbaren Übungsumgebungen hilft, Begriffe in Handlungen zu übersetzen. Für Grundlagen kann das bedeuten, Zugriffskontrollen zu modellieren, Netzwerksegmente zu skizzieren oder einfache Logs auszuwerten. Für Pentest-orientierte Prüfungen gehören Reconnaissance, Schwachstellenbewertung, Exploitation in legalen Laboren und sauberes Reporting dazu.

Ein anonymisiertes Beispiel zeigt den Unterschied: Ein Administrator, der in eine SOC-nahe Rolle wechseln wollte, begann zunächst mit reinen Theoriefragen zu Malware, Netzwerkports und Incident Response. Der Fortschritt stagnierte, weil die Begriffe bekannt waren, aber die Anwendung fehlte. Erst als der Lernplan wöchentlich eine Log-Analyse, ein kurzes Incident-Runbook und eine Nachbesprechung der getroffenen Entscheidungen enthielt, wurden die Prüfungsszenarien verständlicher. Das Projekt im Arbeitsumfeld blieb klein, lieferte aber echte Anknüpfungspunkte für Priorisierung, Kommunikation und Dokumentation.

Übungsprüfungen bleiben nützlich, sollten aber als Diagnosewerkzeug genutzt werden. Wer zu früh nur auf Scores schaut, trainiert häufig Wiedererkennung statt Kompetenz. Besser ist es, falsche Antworten nach Ursache zu markieren: fehlendes Wissen, missverstandene Fragestellung, Zeitdruck, unklare Begrifflichkeit oder mangelnde Praxis. Daraus entsteht ein Lernplan, der gezielt Lücken schließt.

Moderne Prüfungsformate: PBQs, Szenarien und Remote-Proctoring

Viele Kandidaten unterschätzen, wie stark das Prüfungsformat die Leistung beeinflusst. PBQs können mehr Zeit benötigen als klassische Auswahlfragen, weil sie Konfigurationen, Zuordnungen, Reihenfolgen oder Analyseentscheidungen verlangen. Deshalb sollte die Prüfung nicht strikt linear bearbeitet werden, wenn die Plattform ein Markieren und Zurückkehren erlaubt. Zeitintensive Aufgaben können zunächst markiert werden, während sichere Fragen Punkte sichern und mentale Ruhe schaffen.

Bei Remote-Proctoring kommen technische und organisatorische Faktoren hinzu. Kandidaten sollten vor dem Prüfungstag Systemcheck, Kamera, Mikrofon, stabile Internetverbindung, Ausweisdokument, Raumvorgaben und erlaubte Hilfsmittel nach den aktuellen Regeln des Prüfungsanbieters prüfen. Pearson VUE und PSI können je nach Zertifizierung, Land und Anbieter unterschiedliche Abläufe haben. Wer im DACH-Raum zwischen Prüfungszentrum und Online-Prüfung wählt, sollte auch Sprache, Tastaturlayout, ruhige Umgebung und mögliche Unternehmensrichtlinien für private Geräte berücksichtigen.

Die Sprachwahl verdient besondere Aufmerksamkeit. Eine deutschsprachige Prüfung kann vertrauter wirken, während englische Originalbegriffe oft näher an Dokumentation, Tools und Herstellerterminologie liegen. Gerade in Security-Prüfungen kann eine schlecht verstandene Übersetzung irritieren. Sinnvoll ist daher, während der Vorbereitung englische Schlüsselbegriffe sicher zu lernen, selbst wenn die Prüfung auf Deutsch abgelegt wird.

Typische Fehler, die in Sicherheitsprüfungen Punkte kosten

Fehlvorbereitung entsteht selten durch mangelnden Aufwand allein. Häufig wird viel gelernt, aber an der falschen Stelle. Besonders riskant sind Braindumps, weil sie Prüfungsregeln und Berufsethik verletzen können und keine belastbare Kompetenz aufbauen. Seriöse Vorbereitung bleibt NDA-konform und arbeitet mit offiziellen Lernzielen, legalen Labs, anerkannten Übungsfragen und eigener Reflexion.

  • Das offizielle Exam-Outline wird ignoriert, obwohl es die verbindlichste Struktur für die Vorbereitung liefert.
  • Privacy-Zertifikate werden als Security-Nachweis eingeplant, obwohl Datenschutz und Informationssicherheit unterschiedliche Schwerpunkte haben.
  • PBQs und praktische Szenarien werden erst in der letzten Lernwoche geübt.
  • Übungsprüfungen werden auswendig gelernt, statt Fehlerursachen systematisch auszuwerten.
  • Der Prüfungstag wird technisch nicht vorbereitet, besonders bei Online-Proctoring.

Auch die Reihenfolge der Themen kann problematisch sein. Wer sofort mit Spezialwerkzeugen startet, ohne Netzwerkgrundlagen, Identitätskonzepte und Risikobegriffe zu beherrschen, versteht viele Prüfungsfragen nur oberflächlich. Umgekehrt sollten erfahrene Administratoren nicht davon ausgehen, dass Betriebserfahrung automatisch Governance-, Audit- oder Rechtsfragen abdeckt. Jede Zertifizierung hat eine eigene Denkweise.

DACH-Besonderheiten: Arbeitgeber, Standards und Nachweise

Im deutschsprachigen Raum werden Sicherheitszertifizierungen oft zusammen mit praktischer Projekterfahrung bewertet. Ein Zertifikat kann die Tür öffnen, doch im Gespräch zählen Beispiele: ein verbessertes Berechtigungskonzept, ein dokumentierter Incident-Prozess, eine Schwachstellenbewertung, ein Awareness-Konzept oder eine Audit-Vorbereitung. Kandidaten sollten deshalb während der Vorbereitung kleine Arbeitsergebnisse sammeln, die keine vertraulichen Informationen offenlegen.

BSI-Grundschutz, ENISA-Empfehlungen, NIS2-Anforderungen, DSGVO-nahe Datenschutzfragen und ISO/IEC-27001-Kontrollen prägen viele Organisationen. Diese Bezüge müssen nicht in jeder Prüfung im Detail abgefragt werden, helfen aber, internationale Konzepte lokal anzuwenden. Ein Security+-Thema wie Risikomanagement wird greifbarer, wenn es mit Schutzbedarf, Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Nachweisen aus dem eigenen Arbeitsumfeld verbunden wird.

Für Teams, die mehrere Personen entwickeln wollen, kann eine breitere Sicherheitsweiterbildung sinnvoll sein, statt jede Vorbereitung isoliert zu behandeln. Readynez bündelt sicherheitsbezogene Trainings unter Security-Themen; für Organisationen mit laufendem Zertifizierungsbedarf kann auch Unlimited Security Training als Planungsoption relevant sein. Entscheidend bleibt jedoch, dass Lernziele an Rollen und reale Aufgaben gekoppelt werden.

Der Prüfungstag: ruhig bleiben und strukturiert arbeiten

Am Prüfungstag zählt weniger neues Wissen als saubere Ausführung. Kandidaten sollten frühzeitig bereit sein, Identitätsprüfung und technische Checks ohne Zeitdruck erledigen und die Prüfungsregeln genau lesen. Bei Online-Prüfungen ist es sinnvoll, den Raum so vorzubereiten, dass keine Unterbrechungen, zusätzlichen Bildschirme oder nicht erlaubten Gegenstände zu Problemen führen.

Während der Prüfung hilft ein einfacher Rhythmus: zuerst sichere Fragen beantworten, unsichere markieren, zeitintensive Szenarien bewusst einplanen und am Ende gezielt prüfen. Bei PBQs sollte die Aufgabenstellung vollständig gelesen werden, bevor geklickt oder konfiguriert wird. Viele Fehler entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus übersehenen Einschränkungen wie „least privilege“, „most cost-effective“, „first action“ oder „best next step“.

Nach der Prüfung sollte das Ergebnis nicht das Ende des Lernens markieren. Viele Zertifizierungen verlangen Rezertifizierung, Continuing Professional Education oder vergleichbare Nachweise. Wer CPEs früh plant, vermeidet späteren Druck und kann Fortbildung mit realer Arbeit verbinden: ein internes Threat-Modeling-Workshop, eine Verbesserung der Backup-Tests, eine Tabletop-Übung zur Incident Response oder ein Review von Logging- und Monitoring-Regeln.

Aus Zertifikaten belastbare Sicherheitskompetenz machen

Eine IT-Sicherheitsprüfung ist am wertvollsten, wenn sie eine klare berufliche Richtung unterstützt. Fundamentals-Zertifizierungen schaffen Breite, praxisorientierte Prüfungen stärken technische Handlungssicherheit, Management-Zertifizierungen strukturieren Programme und Risiken, Audit-Zertifizierungen schärfen den Blick für Kontrollen und Nachweise. Der passende Weg hängt weniger vom Prestige des Zertifikats ab als von der Rolle, die eine Person tatsächlich ausfüllen soll.

Der nächste sinnvolle Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Zielrolle festlegen, offizielles Exam-Outline prüfen, praktische Lücken identifizieren und einen Lernplan mit Labs, Szenarien und Prüfungssimulationen aufbauen. Wer dabei strukturierte Unterstützung benötigt, kann Readynez über den Kontaktbereich ansprechen, sollte die Entscheidung für eine Prüfung aber weiterhin an Erfahrung, Rolle und Anwendung im Arbeitsumfeld ausrichten.

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