AZ-104 ist die Microsoft-Prüfung für Azure-Administratoren und ersetzt seit März 2020 die frühere AZ-103-Prüfung; seitdem wurden Inhalte, Bezeichnungen und Aufgabentypen mehrfach an den Azure-Betrieb angepasst. Besonders wichtig ist der aktuelle Sprachgebrauch: Azure AD heißt heute Microsoft Entra ID, auch wenn ältere Lernmaterialien den früheren Namen noch verwenden.
Die Prüfung AZ-104 führt zur Zertifizierung Microsoft Certified: Azure Administrator Associate. Sie richtet sich an Personen, die Azure-Umgebungen implementieren, verwalten und überwachen, also Identitäten, Governance, Storage, Compute, virtuelle Netzwerke, Backup und Monitoring im laufenden Betrieb verantworten.
AZ-104 ist keine Grundlagenprüfung, sondern eine rollenbasierte Administratorprüfung auf Associate-Niveau. Kandidaten sollten bereits mit Windows-Administration, Netzwerken, Identitätskonzepten, Virtualisierung und grundlegenden Cloud-Begriffen vertraut sein, bevor sie ernsthaft in die Prüfungsvorbereitung einsteigen.
Für IT-Administratoren, SysOps-Teams, Netzwerkadministratoren und Helpdesk-Profis mit Cloud-Ops-Ziel ist AZ-104 meist der passendere nächste Schritt als eine reine Einführungszertifizierung. Wer noch keine Azure-Basis hat, kann zuerst die AZ-900 Grundlagenprüfung nutzen, sollte sie aber nicht mit der Tiefe von AZ-104 verwechseln.
Die Rollenabgrenzung hilft, Fehlstarts zu vermeiden. AZ-104 passt zur Administratorrolle; AZ-204 für Azure Developer ist sinnvoller, wenn der Schwerpunkt auf Entwicklung, APIs, App Services und Code liegt. Wer später stärker in DevOps-Prozesse wechseln möchte, findet mit AZ-400 Azure DevOps Solutions einen weiterführenden Pfad, während Architekturrollen typischerweise zusätzliche Breite in Design, Governance, Netzwerk und Plattformentscheidungen verlangen. Eine breitere Einordnung bietet die Roadmap der Microsoft-Zertifizierungen.
Microsoft beschreibt die Prüfung über die offiziellen Skills measured und aktualisiert diese regelmäßig. Kandidaten sollten deshalb vor der Buchung die aktuelle Prüfungsseite prüfen und nicht allein mit alten Blogartikeln, Kursnotizen oder Screenshots arbeiten. Die frei verfügbare Microsoft-Dokumentation und der Lernpfad zu AZ-104 Administrator-Voraussetzungen sind sinnvolle Referenzpunkte, auch wenn Details zur Prüfung selbst immer über die aktuelle Microsoft-Prüfungsseite validiert werden sollten.
Inhaltlich dreht sich AZ-104 um die Arbeit eines Azure-Administrators im Betrieb. Dazu gehören Microsoft Entra ID und Rollenverwaltung, Abonnements und Governance, Storage-Konten, virtuelle Maschinen, virtuelle Netzwerke, Netzwerkzugriff, Backup, Monitoring und der Umgang mit typischen Betriebsanforderungen. Wer diese Bereiche nur aus Präsentationen kennt, erkennt in der Prüfung oft die Begriffe, aber nicht die korrekte Konfiguration.
Die Prüfung kann neben klassischen Auswahlfragen auch szenariobasierte Aufgaben, Fallstudien, Zuordnungen, Reihenfolgen und konfigurationsnahe Items enthalten. Leistungsnahe Aufgaben verlangen Routine im Azure-Portal, in Azure CLI und in Azure PowerShell; reine Klickpfade reichen häufig nicht aus, weil Kandidaten Konfigurationslogik, Abhängigkeiten und Nebenwirkungen verstehen müssen.
Ein häufiger Stolperstein ist Governance. Viele Lernpläne beginnen mit virtuellen Maschinen und Storage, obwohl RBAC, Azure Policy, Tags, Kostenmanagement und Ressourcenstruktur den Rahmen für fast jede spätere Konfiguration bilden. Aus praktischer Sicht ist es sinnvoll, früh eine minimale Landing Zone aufzubauen und darin Standards zu erzwingen, statt Governance erst kurz vor der Prüfung zu wiederholen.
Eine belastbare Vorbereitung braucht regelmäßige, kurze Lerneinheiten statt vereinzelter langer Wochenenden. Für viele Kandidaten funktionieren tägliche Blöcke von 60 bis 90 Minuten gut, wenn Theorie, Labs, Wiederholung und Übungsfragen bewusst abgewechselt werden. Der folgende Plan ist auf fünf Wochen ausgelegt und lässt sich auf vier Wochen verdichten oder auf sechs Wochen strecken, wenn Beruf und Familie weniger Zeitfenster zulassen.
| Woche | Schwerpunkt | Ergebnis am Ende der Woche |
|---|---|---|
| 1 | Azure-Grundstruktur, Abonnements, Ressourcengruppen, Microsoft Entra ID, RBAC | Sie können Rollen zuweisen, Ressourcen sauber strukturieren und erklären, warum Berechtigungen nicht direkt an einzelne Personen gebunden werden sollten. |
| 2 | Governance, Azure Policy, Tags, Kostenkontrolle und Storage | Sie können Standards erzwingen, Storage-Konten absichern und grundlegende Lebenszyklus- und Zugriffskonzepte anwenden. |
| 3 | Virtuelle Netzwerke, NSGs, Private Endpoints, DNS, VPN-Grundlagen | Sie können Subnetze, Sicherheitsregeln und private Konnektivität begründen, nicht nur nachbauen. |
| 4 | Compute, virtuelle Maschinen, Skalierung, Backup, Recovery und Monitoring | Sie können Workloads bereitstellen, schützen und überwachen sowie typische Fehlerbilder eingrenzen. |
| 5 | Wiederholung, Übungstests, Fallstudien, Zeitmanagement und Schwächen | Sie bearbeiten gemischte Szenarien unter Zeitdruck und korrigieren gezielt die Themen, die wiederholt Punkte kosten. |
Wöchentlich sollte ein kurzer Check mit Übungsfragen eingeplant werden, aber Übungstests ersetzen keine Labs. Gute Vorbereitung bedeutet, falsche Antworten nachzuarbeiten: Warum war eine Option technisch möglich, aber betrieblich falsch? Welche Ressource musste zuerst existieren? Welche Berechtigung fehlte? Solche Fragen bauen Verständnis auf, das in Fallstudien und konfigurationsnahen Aufgaben wichtiger ist als auswendig gelernte Menüpfade.
Wer einen festen Rahmen mit Laboren und angeleiteter Struktur benötigt, kann ein Instructor-led AZ-104 Training als Ergänzung zum Selbststudium einsetzen. Entscheidend bleibt auch dort, dass Kandidaten die Themen im eigenen Lab nachvollziehen und nach dem Kurs weiter üben.
Das stärkste Übungsszenario für AZ-104 ist kein isolierter Dienst, sondern eine kleine, zusammenhängende Azure-Umgebung. Eine Mini-Landing-Zone verbindet genau die Themen, die in der Administratorrolle zusammen auftreten: Identitäten, Governance, Netzwerk, Storage, Compute, Backup und Monitoring. Dadurch lernen Kandidaten nicht nur, einzelne Ressourcen zu erstellen, sondern Abhängigkeiten zu erkennen.
Ein sinnvolles Lab beginnt mit einer Ressourcengruppe, klaren Tags, einer einfachen Rollenstruktur und einer Policy, die Mindeststandards erzwingt. Danach folgen ein virtuelles Netzwerk mit Subnetzen, Network Security Groups, ein Storage-Konto mit eingeschränktem Zugriff, eine virtuelle Maschine oder ein kleiner Workload, Backup-Konfiguration und Azure Monitor. Hybride Realitäten sollten ebenfalls vorkommen: VPN- oder ExpressRoute-Konzepte, Private Endpoints, DNS-Auflösung und Wiederherstellungsanforderungen sind im Betrieb häufig miteinander verbunden.
Bei visuellen Lernmaterialien lohnt sich eine einfache Skizze der Zielarchitektur: Ressourcengruppen, VNet, Subnetze, NSG, Private Endpoint, Storage und Monitoring sollten auf einem Diagramm klar erkennbar sein. Ein Screenshot aus dem Portal kann hilfreich sein, aber er sollte immer mit einer kurzen Erklärung ergänzt werden, warum die Einstellung gewählt wurde und welche Sicherheits- oder Betriebswirkung sie hat.
Dieses kurze Beispiel übt keine vollständige Produktionskonfiguration, sondern die Denkweise hinter wiederholbarer Verwaltung. Es zeigt, wie Ressourcengruppe und Storage-Konto mit Tags angelegt werden, damit Governance und Kostenanalyse von Anfang an berücksichtigt werden.
az group create \
--name rg-az104-lab-weu \
--location westeurope \
--tags environment=training owner=cloud-ops
az storage account create \
--name staz104labweu01 \
--resource-group rg-az104-lab-weu \
--location westeurope \
--sku Standard_LRS \
--kind StorageV2 \
--min-tls-version TLS1_2 \
--allow-blob-public-access false \
--tags environment=training owner=cloud-ops
Der Lernpunkt liegt nicht im Befehl selbst, sondern in den Entscheidungen: Standort, SKU, TLS-Mindestversion, öffentliche Blob-Zugriffe und Tags sind prüfungsrelevante Konfigurationsmerkmale. Prüfen Sie anschließend im Portal, ob die Tags sichtbar sind und ob öffentliche Blob-Zugriffe tatsächlich deaktiviert wurden.
AZ-104-Kandidaten sollten Portal, CLI und PowerShell nicht als getrennte Welten behandeln. Das folgende Beispiel zeigt, wie eine vorhandene Gruppe eine rollenbasierte Berechtigung auf Ressourcengruppenebene erhält, ohne Rechte auf das gesamte Abonnement auszuweiten.
$resourceGroupName = "rg-az104-lab-weu"
$groupDisplayName = "az104-lab-operators"
$group = Get-AzADGroup -DisplayName $groupDisplayName
$scope = (Get-AzResourceGroup -Name $resourceGroupName).ResourceId
New-AzRoleAssignment `
-ObjectId $group.Id `
-RoleDefinitionName "Reader" `
-Scope $scope
Get-AzRoleAssignment -ObjectId $group.Id -Scope $scope
Damit wird eine begrenzte RBAC-Zuweisung erstellt und direkt kontrolliert. In der Prüfung ist genau dieses Denken wichtig: Welche Identität braucht welche Rolle, auf welchem Scope, und welche Rechte wären zu breit?
Ein Lab ist nur dann prüfungsnah, wenn es bewertet wird. Nach jedem größeren Übungsblock sollte klar sein, ob die Konfiguration funktioniert, ob sie sicher genug ist und ob sie erklärbar bleibt. Eine einfache Bewertungsrubrik verhindert, dass Lernende nur Ressourcen erstellen und am Ende nicht wissen, ob die Lösung fachlich richtig ist.
| Bereich | Woran eine gute Lösung erkennbar ist | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| Identität und RBAC | Rollen werden Gruppen zugewiesen und auf den kleinsten sinnvollen Scope begrenzt. | Owner-Rechte werden zu breit vergeben, weil es im Lab schneller geht. |
| Governance | Tags und Policies sind früh vorhanden und werden bei neuen Ressourcen angewendet. | Governance wird als Theorie behandelt und nicht praktisch getestet. |
| Netzwerk | Subnetze, NSGs, DNS und private Zugriffe sind nachvollziehbar dokumentiert. | Regeln werden erstellt, ohne den tatsächlichen Datenfluss zu prüfen. |
| Storage und Compute | Zugriff, Verschlüsselung, Redundanz und Betriebsanforderungen passen zum Szenario. | Standardwerte werden übernommen, obwohl das Szenario Einschränkungen vorgibt. |
| Backup und Monitoring | Wichtige Ressourcen sind überwacht, und Wiederherstellung ist mindestens einmal getestet. | Alerts und Backup werden konfiguriert, aber nie validiert. |
Besonders wertvoll ist die Gegenprüfung mit einem zweiten Werkzeug. Wenn eine Ressource im Portal erstellt wurde, sollte sie per CLI oder PowerShell abgefragt werden. Wenn eine RBAC-Zuweisung per Skript erfolgt ist, sollte sie im Portal und im effektiven Zugriff nachvollzogen werden. Diese Werkzeug-Parität schützt vor Prüfungsstress, weil Kandidaten nicht von einer einzigen Oberfläche abhängig sind.
Am Prüfungstag ist Zeitmanagement wichtiger als Perfektion bei jeder einzelnen Frage. Kandidaten sollten Fallstudien aufmerksam lesen, aber nicht zu lange an einem Detail hängen bleiben. Wenn eine Frage unklar ist, hilft die Flaggen-Technik: beantworten, markieren, weitergehen und nur mit Restzeit zurückkehren.
Das Whiteboard-Tool sollte für kurze Notizen genutzt werden, etwa zu Rollen, Subnetzen, Abhängigkeiten oder Ausschlussargumenten. In Case Studies lohnt es sich, Anforderungen und Einschränkungen getrennt zu notieren, weil viele falsche Antworten technisch funktionieren würden, aber gegen eine Vorgabe verstoßen. Bei labähnlichen Items ist entscheidend, nicht in Perfektionismus zu verfallen; die Aufgabe bewertet in der Regel eine konkrete Zielkonfiguration, nicht eine vollständig optimierte Umgebung.
Unmittelbar vor der Prüfung sollten keine neuen Themen mehr begonnen werden. Sinnvoller ist eine Wiederholung der persönlichen Fehlerliste: falsch beantwortete Übungsfragen, verwechselte Rollen, unsichere Netzwerkpfade, Storage-Zugriffsmodelle und Monitoring-Begriffe. Diese letzte Woche sollte Schwächen reduzieren und die Prüfungsroutine stabilisieren.
Die ursprüngliche Prüfung wurde häufig als rund dreistündige Prüfung beschrieben. Da Microsoft Prüfungsdauer, Ablauf und Zusatzzeit je nach Sprache, Plattform und Aktualisierung ändern kann, sollten Kandidaten die Angaben im aktuellen Microsoft-Prüfungsprofil vor der Buchung prüfen.
Die Prüfungsgebühr hängt vom Land, vom Buchungskanal und von möglichen Steuern ab. Verlässliche Angaben stehen im Buchungsprozess bei Microsoft oder beim jeweiligen Prüfungsanbieter; ältere Preisangaben in Artikeln sind dafür keine gute Quelle.
Microsoft veröffentlicht die jeweils gültigen Bewertungsinformationen im Prüfungsprofil und während des Buchungsprozesses. Kandidaten sollten sich nicht auf inoffizielle Tabellen verlassen, weil sich Prüfungsrichtlinien ändern können.
Ja, Microsoft hat Regeln für Wiederholungsversuche, Wartezeiten und Buchungsvorgaben. Die Details sollten vor der Prüfung direkt in den aktuellen Microsoft-Richtlinien geprüft werden, weil sich diese Vorgaben ändern können.
Die Identitätsthemen bleiben relevant, aber der aktuelle Produktname lautet Microsoft Entra ID. In älteren Lernmaterialien und manchen Organisationen ist weiterhin von Azure AD die Rede; Kandidaten sollten beide Begriffe zuordnen können.
Kandidaten sollten mit gemischten Formaten rechnen, darunter klassische Auswahlfragen, Fallstudien, Zuordnungen, Reihenfolgen und konfigurationsnahe Szenarien. Entscheidend ist nicht, echte Prüfungsfragen zu kennen, sondern Anforderungen zu lesen, Abhängigkeiten zu erkennen und die am wenigsten riskante Azure-Konfiguration auszuwählen.
AZ-104 wird am besten als Betriebsprüfung verstanden: Sie prüft, ob jemand eine Azure-Umgebung strukturiert, absichert, überwacht und im Alltag verwalten kann. Wer den 5-Wochen-Plan mit einem echten Lab verbindet, Governance früh einbaut und Portal, CLI sowie PowerShell parallel übt, bereitet sich deutlich realistischer vor als mit reiner Theorie.
Eine praktische nächste Maßnahme ist, noch vor der Prüfungsbuchung eine kleine Landing Zone aufzusetzen und jede Woche an ihr weiterzuarbeiten. Wenn ein strukturierter Kurs den Lernprozess beschleunigen soll, kann Readynez als ergänzender Trainingsrahmen dienen; die tragfähige Prüfungsvorbereitung entsteht jedoch durch konsequentes Üben, saubere Fehleranalyse und wiederholbare Azure-Konfigurationen.
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